Ansatzpunkte für eure Stellungnahme zum Regionalplan

Vordruck Blanko - Einspruch
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Die Ansatzpunkte könnt ihr für eure Stellungnahmen mit verwenden - bittet variiert den

Text in euren Ausführungen.

Stellungnahmen zum

Teilregionalplan Energie

Nordhessen 2013 (Entwurf)

mit Umweltbericht

 

Allgemeines

-        Obwohl Umweltministerin Lucia Puttrich am 29.11.2012 in hr-online zitiert wurde, dass sie Bürger „früh“ über die Pläne zu Windenergie informieren wolle, ist dies in der Region nicht erfolgt.

Es gab keine Informationsveranstaltung von Seiten der Politik. Alle Informationsveranstaltung sind von Bürgern oder den Kommunen gemacht worden.

 

-        Die Bürger haben von den Plänen zur Windenergie erst aus der Presse erfahren (z.B. HNA-Artikel vom 24.01.2013) Erst nach dem Beschluss der Regionalversammlung. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Anbieter der Windenergieanlagen schon Angebote gemacht. Die Kommunen waren seit mindestens Mitte 2012 informiert.

 

-        Spätestens seit September 2012 arbeiteten die Bürgermeister der Kommunen an der Gründung der Energiegenossenschaft, die offiziell am 14.03.2013 den Bürgern vorgestellt wurde – ein Tag vor der Offenlegung des Teilregionalplans; erst hier gab es für die Bürger die Möglichkeit sich zu dem Teilregionalplan zu informieren.

 

-        Der Teilregionalplan musste nicht, anders als andere öffentliche Bauvorhaben, in den Rathäusern ausgelegt werden, dazu gab es im Dezember noch eine Veränderung des Landesplanungsgesetzes. Danach liegt der Teilregionalplan in gedruckter Form nur noch in den Kreisverwaltungen und beim RP aus, was als ein zumutbarer Zustand seitens des RPs gesehen wird.

 

-        Der Teilregionalplan war nicht am 15.03.2013, sondern erst am 18.03.2013 gegen Mittag freigeschaltet.

 

-        Die Bürger wurden von Anfang an entmutigt, dass es gegen die Pläne des RP nichts mehr zu machen sei.

 

-        „Hessen ist das waldreichste Bundesland in Deutschland und zugleich ein dicht besiedelter Lebensraum. Daraus folgt, dass nur in gegenseitiger Rücksichtnahme von und im Verständnis füreinander der am Wald Interessierten und für ihn Arbeitenden die unterschiedlichsten Ansprüche an wald und Forst ausgeglichen werden können: Unsere mutifunktionale und nachhaltige Forstwirtschaft ist daher die konsequente Umsetzung dieser vielfältigen Anfordefrungen und einzigartig ind er Welt. Sie garantiert, dass wir die ideale Verbindung von Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktionen im Wald sicherstellen – in Form von Wasser-, Klima- und Bodenschutz sowie dem Erhalt des Artenreichttums, der Rohholzerzeugung und der Lebensqualität in Form von Walderlebnissen vielerlei Art. Natur zum Anfassen mit reizvollen Begegnungen für uns alle – dauerhaft gesichert.“ (Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst, aus: Arten- und Biotopschutz im Hessischen Staatswald: Die Naturschutzleitlinie im Kurzporträt, Kassel im September 2011)

 

 

-        Der Reinhardswald ist Hessens größtes zusammenhängendes Waldgebiet. Der Aufbau von Windenergieanlagen würde seine Struktur zerstören. Die Erholungsfunktion würde stark eingeschränkt, als „Märchenwald“ nicht mehr akzeptabel.

 

-        Die ausgewiesenen Vorranggebiete sind alle im nördlichen Teil des Reinhardswaldes, die Mitte und der Süden werden „freigehalten“. Dort gibt es die Sababurg und die Staatsjagd. Aber gerade im nördlichen Teil gibt es das einzige Dorf im über 200 qkm großen Wald und im Wald kulturhistorische Denkmäler (Hügelgräber, Wüstungen, Wölbäcker).

 

Zu Steckbrief KS 003 „Steinkopf“

Die Karte zu dem Gebiet KS 003 ist wenig detailfreudig. Es sind keine topografischen Besonderheiten, Namensbezeichnungen und Wegführungen erkennbar. Das Naturschutzgebiet ist als solches nicht gut erkennbar und wird gleichwertig mit einer Schraffur als Vorranggebiet gekennzeichnet.

Das Gebiet Steinkopf hat eine geringe Höhe mit maximal 271 m. Ein Referenzgutachten bestätigt eine maximale Windgeschwindigkeit von bis unter 6,00 m/sek. Da das für dieses Gebiet erstellte Referenzgutachten in einem Gebiet ohne Bewaldung durchgeführt wurde, kann man von weitaus geringeren Werten ausgehen.

-        Damit bleibt fragwürdig, ob sich dieses Gebiet als Vorranggebiet insgesamt eignet.

-        Da die Energiegenossenschaft sich auf dieses Gebiet beworben hat ist das Gebot auf dieses Gebiet überdenkenswert.

-        Die Windhöffigkeit ist mit einem konkreten Gutachten vor Ort genauestens zu prüfen.

Unter der Rubrik Denkmal gibt es keinen einzigen Eintrag, obwohl das Gebiet bekannt ist für zahlreiche Bodendenkmäler. Somit ist das ganze Gebiet flächendeckend mit sogenannten Wölbäckern überzogen. Es gibt eine große Anzahl bronzezeitlicher Hügelgräber, es gibt mittelalterliche Wüstungen, von denen die bekannteste die Wüstung Hombüren mit der Kirche St. Anna und der dazugehörigen heiligen Quelle darstellt. Es gibt Eichelgärten und allein auf dem Gebiet sieben Hutesteine, die alte Hutegrenzen aufzeigen.

-        Die Beachtung dieser Denkmäler wird eingefordert.

-        In diesem Zusammenhang  wird es als Unmöglichkeit gesehen, ein solches Gebiet als Vorrangfläche überhaupt auszuweisen.

-        Insgesamt ist es nicht hinnehmbar, ein solches Flächendenkmal, geschützt durch sogenannte Archivböden zu zerstören.

-        Entsprechende Abstände zu den Denkmälern müssen unbedingt eingehalten werden.

Das Landes-Avifauna-/Fledermaus-Gutachten sieht im Steckbriefes des Gebiets KS 003 für die Diemelaue ein sehr hoch für das Kormoran-Vorkommen vor. Kormorane werden an den Teichen um Gottsbüren ebenso beobachtet, diese liegen allerdings südlich des Gebietes, sodass die Tiere um zu diesen Nahrungshabitaten zu kommen über diesen Bereich des Reinhardswaldes fliegen müssen. Andere schützenswerte Tierarten, wie der Sperlingskauz werden gar nicht erwähnt.

-        An dieser Stelle ist unter Bemerkungen zu ergänzen, dass der Kormoran auch südlich dieses Gebiets vorkommt.

-        Insgesamt ist nicht einzusehen, dass ein Gebiet mit dem Vorkommen dieser seltenen Tierarten überhaupt geteilt werden kann.

-        Die avifaunistische Artenvielfalt dieses Gebiets ist zu prüfen.

Fledermäuse kommen in benachbarten Gebieten nachweislich in sehr großer Zahl vor, ein vor wenigen Jahren erstelltes Gutachten am Forsthaus Beberbeck bestätigt ein großes Artenvorkommen.

-        So ist die Nichterwähnung der Fledermäuse in dem Steckbrief unglaubwürdig.

-        Hier muss dieses Gutachten beachtet oder ein neues für dieses Gebiet erstellt werden.

Weitere Besonderheiten, die den Artenschutz betreffen, sieht der Steckbrief gar nicht vor. So ist in diesem Gebiet die Wildkatze heimisch und der Luchs durchstreift dieses Revier, ebenso der Wolf wurde hier seinerzeit gesichtet.

-        Diese Artenschutzbelange sind in dem hoch sensiblen Gebiet des Reinhardswaldes mit zu beachten.

Verwunderlich sind fehlende Bemerkungen der Oberen Wasserbehörde, da dieses Gebiet das NSG Holzapetal umfasst.

-        Hinweise, die diese Thematik ansprechen, fehlen völlig.

-        Hier fehlen Hinweise auf erstellte oder zu erstellende Gutachten. Diese werden hiermit eingefordert.

Für dieses Gebiet sieht die Obere Naturschutzbehörde keine Bemerkungen vor. Dies kann nur als Versehen gewertet werden, da 14 ha das NSG und das FFH-Gebiet Urwald Wichmannessen darstellt. Dieser Urwald ist in seinem Bestand und seiner Funktion als NSG identisch mit dem Urwald nahe Sababurg. Des Weiteren gibt es drei Prozessschutzflächen mit insgesamt 12 ha.

-        Es ist erforderlich, dass sowohl im Kartenmaterial diese Flächen von der Schraffierung ausgenommen werden, als auch als solche in den Bemerkungen Erwähnung finden.

-        Darüber hinaus wäre es wünschenswert, wenn diese Gebiete nicht Vorranggebiet darstellten.

-        Es ist zu fordern, dass nicht nur die Schutzgebiete, auch angrenzende Gebiete gemäß der Artenschutzkonvention zu bewahren sind.

-        Es ist zu befürchten, dass beim Überfliegen des bebauten Vorranggebietes die Mortalitätsrate der Vögel enorm steigt. Dies ist zu berücksichtigen.

Keine Erwähnung finden die Wanderwege (z.B. ein Premium-Wanderweg), die mitten durch das Gebiet KS 003 führen oder dieses im Randbereich berühren und durch einen Wanderparkplatz erschlossen sind.

-        Die Wanderwege sind zu berücksichtigen.

-        Es ist nicht nachvollziehbar, dass dieser Aspekt keine Berücksichtigung erfährt, da er in anderen Fällen zu einem völligen Ausschluss ganzer Suchgebiete geführt hat.

-        Der Einbezug hätte erfolgen müssen;  dieser Teil des Reinhardswaldes hätte damit als „Wald mit Erholungsfunktion der Stufe 1“ gekennzeichnet werden können.

-        Es bleibt zu hinterfragen, warum diese Kennzeichnung in Absprache mit der Oberen Forstbehörde nicht erfolgt ist.

 

Ein Vergleich mit dem Gebiet KS 004b:

Der südliche Teil dieses Gebiets KS 004b wurde ausgeschlossen, weil hier Rotmilan und Schwarzstorch vorkommen und führt bei der Bewertung dieses Gebiets zu „erhebliche Bedenken aus naturschutzfachlicher Sicht“. Die Bewertung der naturschutzfachlichen Sachverhalte des Gebietes KS 003, trotz Schwarzstorch, Rotmilan und sogar Kormoran „obliegt der vertiefenden Prüfung eines Zulassungsverfahren“.

-        Eine so ungleichgewichtige Bewertung zweier schützenswerter Bereiche ist zu prüfen und anzupassen.

Es besteht der Verdacht, dass Vorzugsräume für den Tourismus im südlichen Teil geschaffen werden, dahingegen Erholungsräume für Menschen und Lebensräume von Tiere in dem Gebiet KS 003 ungerechtfertigt begrenzt werden.

-        Die Aussage, wonach der Reinhardswald allgemein eine überregionale Bedeutung als Erholungsraum hat, wird in diesem Steckbrief zwar gemacht, hat aber keine Relevanz für die Bewertung.

Die starke Beeinträchtigung des Landschaftsbildes für den Naherholungsraum Holzapetal und die erheblichen Bedenken aus naturschutzfachlicher Sicht ergeben eine zu abgeschwächte Form der Bewertung.

-        Die erhebliche Beeinträchtigung des Landschaftsbildes sollte erwähnt werden.

 

Der Steckbrief ist unvollständig, wenige nur sehr allgemein gehaltene Aussagen von Seiten der Oberen Forstbehörde charakterisieren das Gebiet nur annähernd.

 

 

zu Steckbrief KS 004 (KS 004a „Farrenplatz“ und KS 004b „Langenberg“)


Die Karten sind wenig detailfreudig. Es sind keine topografischen Besonderheiten oder Wegführungen erkennbar. Das angegebene Gebiet ist unverhältnismäßig groß, damit können Details nicht ausreichend in Form eines Steckbriefes dargestellt werden.

Die angegebenen Kommunen, von denen angenommen werden kann, dass es sich hierbei um die angrenzenden handeln soll, sind nicht vollständig aufgelistet. Es fehlt die Erwähnung der angrenzenden, am meisten betroffenen Kommune Trendelburg mit dem Ortsteil Gottsbüren. Bezieht sich der Steckbrief ohnehin nur auf das nördliche Drittel, ist es nicht einzusehen, dass Hofgeismar überhaupt erwähnt wird.

Ebenso unvollständig und nicht differenziert ist die Angabe der angrenzenden Ortsteile. Hier werden Institutionen, Stadtbezeichnungen und Ortsteile vermischt dargestellt. Es fehlen Orte und Ortsteile, Hofgeismar wird wieder erwähnt, obwohl im textlichen Verlauf des Steckbriefes der Ortsteil Sababurg herausgenommen wird.

-        Es wird gefordert, die Ortslage genau zu klären und dies im Steckbriefe detailliert und richtig darzustellen, da sonst der Eindruck einer oberflächlichen Recherche entsteht.

-        Es wird nicht ersichtlich, ob die abschließende „Flächenbewertung“  für den Steckbrief schon erfolgt ist oder nach der 1. Offenlegung noch erfolgen wird. Eine genaue Unterscheidung zwischen Vorrangfläche und Ausschlussfläche ist hier zu machen.

Es sind Widersprüchlichkeiten zwischen den Angaben auf dem Kartenmaterial und dem Textteil der  Steckbriefen zu vermerken: Der Steckbrief zur Kennung KS 004 ist nicht differenziert angefertigt. Der Arbeitsname umfasst das Gebiet vom Farrenplatz bis zum Staufenberg. Dahingegen bezieht sich in der Karte das Gebiet KS 004a auf den Farrenplatz, das Gebiet KS 004b über den Langenberg nur  bis kurz hinter die „Papenköpfe“  - das ist irritierend. Denn erst in dem Verlauf des Steckbriefes ergibt sich eine reduzierte Darstellung des Gebietes, wie es im Kopfteil als „nördliches Drittel“ benannt wird.  Genauso wenig differenziert ist folglich auch die Windgeschwindigkeit dargestellt:

-        Der Farrenplatz ist 306 bis 324 m an wenigsten hoch, die niedrigste Windgeschwindigkeit von 5,75m/sek ist hier anzunehmen, der Langenberg ist  424m hoch, eine differenzierte Windgeschwindigkeit wird nicht angegeben.

-        Der angrenzende Hahneberg ist die höchste Erhebung der ausgewiesenen Vorrangfläche mit 461m, auch hier fehlen differenzierte Angaben, da er nicht erwähnt wird, gilt für ihn nicht die am höchsten angegebene Windgeschwindigkeit.

-         Das ausgewiesene Gebiet erstreckt sich nach der Arbeitskarte bis kurz hinter den „Papenköpfen“, die nur eine Höhe von 350m haben, diese finden im Arbeitsnamen keine Erwähnung, noch ihre Windgeschwindigkeit.

-        Es ist unwahrscheinlich, dass eins dieser Gebiete bei diesen Höhen Windgeschwindigkeiten von „bis unter“  7 m/sek aufzuweisen hat.

-        Es ist im Steckbrief also falsch dargestellt, dass Windgeschwindigkeiten von „bis unter“ 7m/sek in diesem Gebiet erreicht werden, da sich diese Aussage auf den Staufenberg bezieht, der aber gar nicht mehr zum Vorranggebiet gehört – oder doch?

-        Es ist darüber hinaus nicht unhinterfragt hinzunehmen, dass die in der Windhöffigkeit sehr ungleichen Gebiete 004a und 004b gemeinsam betrachtet werden.

-        Es ist nicht einzusehen, dass das Gebiet Farrenplatz mit der niedrigen Windgeschwindigkeit  keine eigene Kennung bekommen hat, da es auch von den Bietern eigenständig beworben werden kann.

-        Es ist einzufordern, dass die Windgeschwindigkeit für die tatsächliche Flächen vom Farrenplatz  bis zu den „Papenköpfen“  differenziert dargestellt werden müssen.

Weiterhin sind Fehler in dem Steckbrief der Kennung KS 004:

-        Forsthaus Beberbeck liegt ca. 6 km vom Hahneberg entfernt und braucht nicht mit einbezogen werden. Sollte es aber einbezogen werden, muss das ca. 4km entfernte Freizeitgelände und die Weiler nahe Beckerseite, die Mühle unterhalb der Sababurg und der angrenzende Hof mit einbezogen werden.

-        Hof Bensdorf und das Forsthaus Bensdorf grenzen direkt an, diese Einzelhoflagen finden aber zunächst keine Erwähnung.

-        Als Denkmal findet die Burg Sababurg besondere Beachtung, die dazugehörige weitaus ältere Wallfahrtskirche mit dem historischen Ortskern Gottsbüren findet keinerlei  Erwähnung.

-        Entsprechende Einträge sind zu machen oder zu ändern

Völlig unberücksichtigt wird unter „Abstände“ die gerade häufig in diesem Gebiet vorkommenden Denkmäler wie: Wölbäcker, Hügelgräber, Hutesteine, Wüstungen usw.

-        Die Beachtung dieser Denkmäler wird eingefordert.

-        Entsprechende Abstände sind hier einzuhalten.

-        Insgesamt ist es nicht hinnehmbar, dass ein Gebiet von solch hoher Dichte an kulturhistorischen Denkmälern zu undifferenziert dargestellt und als Vorranggebiet ausgewiesen wurde.

-        Eine Ausweisung eines solchen Gebietes als Vorrangfläche muss in der Gesamtheit zurückgenommen werden.

Sehr fragwürdig erscheint die Aussage des Landes-Avifauna-/Fledermaus-Gutachten, das nur für den westlichen und äußerst südlichen Zipfel eine hohe Stufe vorsieht, obwohl hier über die Kreisstraße 55 der touristische Verkehr von Kassel und Göttingen zur Sababurg und dem angrenzenden Urwald geleitet wird; aber sich gerade auf der anderen Seite östlich, das FFH-Gebiet „Weserhänge“ mit seinen Bachläufen anschließt und darüber hinaus der Farrenplatz im nördlichen Bereich - ohne eine Nähe zu Siedlung oder Straße nur von einem einzigen Wanderweg berührt - ein weitaus unberührteres Stück Wald darstellt.

-        Beide Gebiete sollten unabhängig voneinander betrachtet werden

Damit ist auch die Markierung  mit „niedrig“ zu der obigen Rubrik für das Gebiet zu hinterfragen, wenn man berücksichtigt, dass Beobachtungen zum Schwarzstorch in seinem Nahrungshabitat südlich von Gottsbüren noch im letzten Jahr gemacht wurden. Hinzu kommen aktuelle Beobachtungen zum Rotmilan; wonach bis zu drei Rotmilanpaare gleichzeitig über dem Dorf kreisten, die ihre Brutplätze im angrenzenden Wald eingerichtet haben. So gibt es diese Tiere auch im nördlichen Bereich. Es ist dem Steckbrief nicht zu entnehmen, ob sich dieses „niedrig“ auf das gesamte Gebiet für eine spezielle Vogelart ergibt, oder auf das gesamte Restgebiet (nördlicher Teil) bezieht. Beides wäre aufgrund der Beobachtungen in diesem Gebiet unzutreffend.

Dazu fehlen dem Steckbrief Bemerkungen, dass es Erhebungen zum Vorkommen bestimmter Vogelarten seitens der Staatlichen Vogelschutzwarte für dieses Gebiet gibt, auf die sich die Bewertung stützt. Daraus muss der Leser schlussfolgern, dass es keine Daten gibt oder die entsprechenden Einträge nicht gemacht wurden; damit ist der Steckbrief entweder unvollständig oder eine nicht bestätigte Datenerfassung liegt der Bewertung zugrunde.

-        Die Forderung nach einer differenzierteren Betrachtungsweise und einem genauen Avifaunistischen Gutachten wird gestellt.

-        Entsprechende Einträge sind differenziert zu machen.

Fledermäuse kommen in diesem Gebiet nachweislich in sehr großer Zahl vor, wobei darüber hinaus nach einem vor kurzem erstellten Gutachten am Forsthaus Beberbeck  alle in Deutschland vorkommenden Fledermausarten im Reinhardswald beobachtet worden waren.

-        So ist die Nichterwähnung der Fledermäuse in dem Steckbrief unglaubwürdig.

-        Hier muss dieses Gutachten beachtet oder ein neues erstellt werden.

Völlig widersprüchlich zu diesem Landes-Avifauna-/Fledermaus-Gutachten sind die in dem Steckbrief vorkommenden Artenschutzbelange. Hier brütet der Rotmilan östlich des Gebiets (im Bereich der Weserhänge), kommt aber  - nach Aussage des Gutachtens  -  westlich vor. Die drei Brutpaare des Schwarzstorches, die im Süden brüten, haben ihr „Nahrungshabitat“  angeblich auch dort; das ist widersprüchlich mit der Aussage der Flächenbewertung, in der resümiert wird: „Damit wird auch der Bedeutung der in nordwestliche Richtung parallel verlaufender Bachtäler als Nahrungshabitate des Schwarzstorchs Rechnung getragen, die nicht durch WEA getrennt werden sollten.“

-        Entsprechende Aussagen sind zu präzisieren. 

Schwierig gestaltet sich für den Schwarzstorch aus dem Norden kommend, seine Reise zu diesen „Nahrungshabitaten“, da hier WEA stehen könnten.

-        Dieser Abschnitt ist mit der Tabelle zum Landes-Avifauna-/Fledermaus-Gutachten in Übereinstimmung zu bringen.

-        Weiterführende Beobachtungen zum Vorkommen und Nahrungsverhalten dieser Tiere sind zu berücksichtigen.

-        Relevante Gutachten sind zu erbringen.

-        Die Begrenzung des Suchraums auf das nördliche Drittel wird hier ad absurdum geführt.

Weitere Besonderheiten, die den Artenschutz betreffen, sieht der Steckbrief gar nicht vor. So ist in diesem Gebiet die Wildkatze heimisch und der Luchs durchstreift dieses Revier, ebenso der Wolf wurde hier seinerzeit gesichtet.

-        Diese Artenschutzbelange sind in dem hoch sensiblen Gebiet des Reinhardswaldes mit zu beachten.

Verwunderlich sind fehlende Bemerkungen der Oberen Wasserbehörde, da dieses Gebiet mit dem „Fuldebruch“ ein wichtiges Quellgebiet darstellt, aus dem sich der Bachlauf „Fuldebach“ für die Ortslage Gottsbüren ergibt und der mit seinem Wasser größtenteils die Holzape im NSG Holzapetal speist. Die Forellenteiche oberhalb Gottsbürens werden aus vielen dieser Quellen versorgt. Aber es stellt auch das Quellgebiet kleinerer Bachläufe zur Weserseite ins oben bereits erwähnte FFH-Gebiet dar. Besondere Libellenarten, die in den Quelltöpfen dieser Bachläufe zu finden sind, wären hier gefährdet.

-        Hinweise, die diese Thematik ansprechen, fehlen völlig.

-        Hier fehlen Hinweise auf erstellte oder zu erstellende Gutachten. Diese werden hiermit eingefordert.

In den Bemerkungen der Oberen Naturschutzbehörde fehlen Hinweise auf Huteeichen am Langenberg und die forstliche Prozessschutzfläche von 1,7 ha sowie Anmerkungen zu dem angrenzenden sensiblen Bereich des angrenzenden FFH-Gebiets der Weserhänge; wobei das Brutvorkommen des Rotmilans unter „Artenschutzbelange“ explizite Erwähnung findet.

-        Es ist zu fordern, dass nicht nur die Schutzgebiete, auch angrenzende Gebiete gemäß der Artenschutzkonvention (Artikel 8) zu bewahren sind.

-        Es ist zu befürchten, dass beim Überfliegen des Reinhardswaldes und dort aufgestellter WEA um zu geeigneten Offenlandflächen (Nahrungshabitat) im Westen zu kommen, die Mortalitätsrate dieser Vögel enorm steigt. Dies ist zu berücksichtigen.

Keine Erwähnung finden die Wanderwege, die mitten durch das Gebiet KS 004 führen oder dieses im Randbereich berühren. Als Auswahl aufzuführen sind die „Wildbahn“, eine überregional bedeutender Wanderweg auch als Märchenlandwanderweg bekannt, der Reinhardswald Westweg, der Reinhardswald Ostweg und der erst kürzlich installierte Weserberglandweg usw. Betroffen als Fahrradweg  ist der Reinhardswald-Radweg direkt und die Märchenlandroute indirekt, da  das Landschaftsbild erheblich gestört wird.

-        Die Wanderwege sind zu berücksichtigen.

-        Es bleibt nicht nachvollziehbar, dass dieser  Aspekt keine Berücksichtigung erfährt, da er in anderen Fällen zu einem völligen Ausschluss ganzer Suchgebiete geführt hat.

-        Der Einbezug hätte erfolgen müssen, damit wäre auch dieser Teil des Reinhardswaldes als ein Wald mit Erholungsfunktion der Stufe 1 zu kennzeichnen gewesen.

-        Es bleibt zu hinterfragen, warum diese Kennzeichnung in Absprache mit der Oberen Forstbehörde nicht erfolgt ist.

 

Insgesamt entsteht so eine völlig ungleichgewichtete Bewertung des nördlichen Teils von KS 004a und b mit dem bereits als Ausschlussgebiet gekennzeichneten südlichen Teil. Es ist unglaubwürdig, dass das Aufstellen von WEA, in dem von der Artenvielfalt völlig identischen, von Tourismus weitgehend unbelastete nördliche Teil  „keine grundsätzlichen Bedenken aus naturschutzfachlicher Sicht“ darstellt, wohingegen der südliche Teil mit dem touristisch hoch frequentierten Tierpark und der Sababurg „erhebliche Bedenken“  aufzeigt. Darüber hinaus findet der „Urwald“  weder als bedeutendes NSG oder als Erholungsschwerpunkt Erwähnung.

-        Die Bedenken aus naturschutzfachlicher Sicht sind genauer darzulegen.

-        Der Urwald mit seiner besonderen historischen Bedeutung muss Erwähnung finden.

-        Es ist zu berücksichtigen, dass es Hutewald Eichen auch im nördlichen Drittel gibt und nicht nur nahe Beberbeck; diese Eichen den gleichen Ursprung haben und  Natudenkmäler darstellen.

Es ist nicht nachvollziehbar, dass viele, den Naturraum und Kulturraum beeinträchtigende Aspekte im Steckbrief unberücksichtigt  bleiben, aber auf der einen Seite, ein einzelner  Aspekt, der der Landschaftsbildbeeinträchtigung zu einem einzigen überregional bedeutsamen Erholungsschwerpunkt  Berücksichtigung erfährt. Gleichzeitig spielt dieser Aspekt aber keine Rolle, wenn es um die einzige größere Wohnbebauung geht. Gottsbüren mit seinem historischen Dorfbild, der Wallfahrtskirche und den 800 Bewohnern findet im Steckbrief keine Erwähnung.

-        Es ist nicht einzusehen, warum das Gebiet um Gottsbüren zum Vorranggebiet ausgewiesen wurde, obwohl der gleiche Naturraum das Dorf, den nördlichen Reinhardswald, sowie die Sababurg  und den südlicheren Reinhardswald  (in dem immerhin der  Staufenberg mit bis zu unter 7 m/sek Windgeschwindigkeit liegt) umgibt.

-        Zu prüfen ist, ob der Radius auch um Gottsbüren zu erhöhen ist oder der Radius um die Sababurg als Einzelhofanlage zu reduzieren ist.

-        Zu überdenken ist generell die Anzahl der aufgestellten Windenergieanlagen rings um die Dorflage, um die Lärmemission zu verringern.

-        Es ist grundsätzlich abzulehnen in einem so bedeutsamen Naturraum mit den kulturellen Besonderheiten überhaupt WEA aufzustellen.

-        Die Landschaftsbildbeeinträchtigung sollte hier für die gesamte Region beachtet werden, sonst wird der „Märchenwald“ zur Farce.

 

Insgesamt ist der Steckbrief zum Gebiet KS 004 sehr oberflächlich erstellt, in Teilen widersprüchlich und falsch. Er macht den Eindruck, dass den Recherchen zu diesem Gebiet ausschließlich schlechtes Kartenmaterial zur Verfügung stand und keine Ortskenntnis vorlag. Das zu betrachtende Gebiet ist mit seinen 2703,98 ha zu groß, um annähernd allen Besonderheiten gerecht zu werden.

In der Abfolge des Textes wird erst bei der Flächenbewertung am Ende das Gebiet KS 004 begrenzt. Diese Begrenzung gibt es aber sowohl auf der Karte und ist bereits in dieser Form auch schon mit der ONB abgestimmt. Es ist nicht nachvollziehbar, warum es zu keiner eigenständigen Kennung zu Beginn des Steckbriefes kommt oder es diese Eingrenzung schon im Arbeitstitel gibt und dann berücksichtigt wird.

-        Eine Teilung dieses ohnehin zu großen Gebiets in drei Teile wäre auch aus diesen Gründen angemessen gewesen.

Die Bemerkung „wird entsprechend der Abstimmung mit der ONB auf das nördliche Drittel begrenzt“ ist oberflächlich und nicht eindeutig formuliert. In diesem Zusammenhang steht da, dass „jemand“ mit der OBN abstimmt, dabei müssten die naturschutzfachlichen und artenschutzrechtlichen Erkenntnisse dieser Behörde zu einer Bestätigung und Ergänzung, und damit zu einer Flächenbewertung führen. Es sollten die Bedenken dieser Behörde sein, die in  Abstimmung mit „anderen“, die den südlichen Teil ausschließt und nicht, wie es dargestellt wird, umgekehrt. Für andere Gebiete wird hier oft der Hinweis auf Gutachten gemacht, diese fehlen. Es entsteht eine Informationslücke, bei der sich der Leser fragt, ob Gutachten fehlen, schlecht recherchiert wurde, oder Einträge nicht gemacht wurden.

-        Die Formulierung in der Flächenbewertung ist uneindeutig. Der Inhalt ist zu prüfen, zu korrigieren oder die Formulierung eindeutiger zu wählen.

-        Fehlende Hinweise auf Gutachten sind einzubringen oder falls diese nicht vorhanden, einzufordern.

Beim Lesen des Steckbriefes zeigt es sich, dass Vorzugsräume für den Tourismus geschaffen werden und Lebensräume für ortsansässige Menschen und Tiere ungerechtfertigt begrenzt werden.

-        Die Aussage, wonach der Reinhardswald allgemein eine überregionale Bedeutung als Erholungsraum hat, wird in diesem Steckbrief zwar gemacht, für den nördlichen Teil aber  ignoriert, damit ist entweder die Aussage falsch oder als relevante Aussage in die Planung gleichgewichtig für alle Gebiete mit einzubeziehen.

Vergleichende Recherche zu KS 003 und KS 004 mit anderen Gebieten 

In einer vergleichenden Recherche mit den Steckbriefen anderer Suchräume und Vorranggebiete ergeben sich Ungleichgewichtungen, die im Einzelnen aufgeführt werden.

-        Diese Ungleichgewichtungen sind zu prüfen und bei der Bewertung der Gebiete KS 003 und KS 004 mit einzuarbeiten.

-        Änderungen sind vorzunehmen, da sonst eine Ungleichgewichtung vorliegt.

Auffälligkeiten bei der Durchsicht der nicht berücksichtigten Suchräume:

1)     Allgemein fällt auf, dass der größte Teil der nicht berücksichtigten Suchräume im Flächenumfang sehr klein ist. So gibt es für den Schwalm-Eder-Kreis HR ausschließlich nur Gebiete unter 100 ha. Für den Werra Meißner Kreis ESW, Kassel KS, Fulda FD und Waldeck Frankenberg KB nur wenige über 100 ha. Und verschwindend wenige für den Kreis Hersfeld Rotenburg HEF.

 

a)     In diesem Zusammenhang ist auffällig, dass diese kleinen Gebiete unter den Bemerkungen der Oberen Naturschutzbehörde oftmals die Bezeichnung „es bestehen erhebliche Bedenken aus naturschutzrechtlicher Sicht“ bekommen, auch wenn kein Eintrag zum Avifauna-Gutachten gemacht oder eine niedrige Stufe angenommen wurde.

Beispiel: In dem Gebiet HEF 017 (63,95 ha) wird die Avifauna als „niedrig“ eingestuft, die Flächenbewertung besagt: „Es bestehen erhebliche Bedenken aus naturschutzfachlicher Sicht. Ansonsten gibt es keine weiteren Einträge, allerdings wird hier immerhin noch vermerkt „wegen mangelnder Erschließungsmöglichkeiten in einem bislang wenig zerschnittenen Waldgebiet wird auf eine Energienutzung im Bereich des Suchraums verzichtet“.

Die selbe Bewertung  aus naturschutzfachlicher Sicht sieht die ONB auch für das Gebiet  HEF 018, hier gibt es gar keine Einträge und die Obere Naturschutzbehörde kommt auch zu dieser Erkenntnis. Dieses Ergebnis ist äußerst fragwürdig, ist aber kein Einzelfall!

 

-        An dieser Stelle ist eingehend zu prüfen, ob es nicht noch mehr Ungereimtheiten gibt, und wie sich diese und andere mit einer Bewertung aller anderen Gebiete vereinbaren lassen.

-        Insbesondere wird in Hinblick auf diese Beispiele fragwürdig, warum große Teile des Reinhardswaldes Vorranggebiete werden, obwohl  hier weitaus größere ebenso wenig zerschnittene Waldgebiete gibt.

-        Es scheint unglaubwürdig, wenn aufgrund einer „mangelnder Erschließungsmöglichkeit“ ein Gebiet „aus naturschutzfachlicher Sicht“ erhebliche Bedenken auslöst. Diesen Widerspruch gilt es zu klären.

-        Obwohl die Gebiete KS 003 und KS 004 eine hohe oder sehr hohe Stufe des Avifauna-Gutachtens erreichen, zum Teil auch andere Einwände in den Artenschutzbelangen aufweisen, gibt es hier keine oder nur eingeschränkte Bedenken aus naturschutzfachlicher Sicht. Das widerspricht anderen Gutachten und ist zu überprüfen.

 

b)      Im Avifauna-Gutachten wird oft eine hohe Stufe erreicht, obwohl die Kriterien oftmals nicht nachvollziehbar sind.

Beispiel:  Bemerkungen wie „randliche Rotmilane“, „im Radius zu einem Rotmilan“, „es bestehen grundsätzliche artenschutzrechtliche Bedenken wegen Schwarzstorch“  usw. führen zu dem Ausschluss einer nicht unerheblicher Zahl von Gebieten.

Dahingegen  kommt man in anderen Gebieten zu der Einschätzung, dass die Avifauna  mit „sehr hoch“ eingestuft wird, in dem ein hohes Rotmilanvorkommen dem Gebiet bescheinigt wird. Diese Tatsache führt in dem Gebiet  KS 010 auch zu „erheblichen Bedenken aus naturschutzrechtlicher Sicht“, es wird jedoch als Vorranggebiet für das Aufstellen von WEA ausgewiesen. Es gibt eine große Anzahl solcher Ungereimtheiten.

c)      Es gibt in vielen Fällen unter dem Aspekt Artenschutzbelange Hinweise auf Datenerbungen (z.B. HR 014 „nach Daten der VSW“; oder HR 034 „GPS verorteter Rotmilanhorst“ usw.). Es fällt auf, dass es solche Hinweise für die Gebiete 003 und 004 nicht gibt. Daraus ergeben sich Zweifel, auf Grund welcher Datenerhebung Einträge gemacht worden sind, die Steckbriefe erstellt wurden und eine Flächenbewertung vorgenommen worden ist -  oder ob die Einträge schlichtweg unterlassen wurden.

d)     Einträge ähnlicher Art werden auch zu anderen Kategorien gemacht. So gibt es Einträge unter FD 003 und FD 004 wie: „Die naturschutzfachlichen und artenschutzrechtlichen Erkenntnisse der OBN bestätigen und ergänzen das landesweite Avifauna-Gutachten“. Eine solche Bemerkung fehlt, hier wurde der Suchraum KS 004 ohne Begründung begrenzt „entsprechend der Abstimmung der ONB“.  Das legt die Vermutung nahe, dass es keine Ergänzungen der OBN zu irgendwelchen Gutachten gibt. Insgesamt wird aber hier der Eindruck erweckt, dass hier nachlässiger recherchiert wurde und die Einträge nicht so detailliert wie für andere Gebiete gemacht worden sind.

 

2)     Die größeren Flächen, wenn sie nicht unter einen bestimmten Schutz fallen (z.B. FD 043 als Vogelschutzgebiet; FD 063 als Biosphärenreservat), werden immer in kleinere Bereiche aufgeteilt (vgl. KB 003; KB 053), diese bekommen dann immer eine eigene Kennung und einen eigenen Steckbrief. Nicht so das viel größere Gebiet KS 004!

 

Auffälligkeiten bei der Durchsicht der Flächensteckbriefe:

Bei den Flächensteckbriefen, die für die Suche nach Vorranggebiete erstellt worden sind fällt auf, dass hier die weitaus größten Gebiete des Teilregionalplans Berücksichtigung finden. Die zumeist großen Waldgebiete erfahren oft eine besondere Eignung, obwohl ihnen oftmals ein hoher Bestand der Artenvielfalt zugeordnet wird.

-        Somit wird offensichtlich, dass wirtschaftliche Interessen vor denen des  Naturschutzes stehen.

Das mit Abstand größte Gebiet stellt KS 004 mit 2703,98 ha dar. Es damit unverhältnismäßig größer wie das nächst kleinere FD 057 mit 1623,67 ha. KS 004 wird in nur zwei Bereiche geteilt, die eine eigene Kennung (KS 004a und KS 004b) bekommen, aber keinen eigenen Steckbrief.

Betrachtet man vergleichend das Gebiet KB 003 wird das Gesagte deutlich:  Unter „Bemerkungen“ wird auf die Teilflächen KB 003a, KB 003b und KB 003c verwiesen. Die „Flächenbewertung“ ergibt: „Die Fläche wird aufgrund ihrer Größe und unterschiedliche Struktur in Teilflächen aufgeteilt. Diese werden gesondert beurteilt und auf dieser Basis in unterschiedlichem Umfang in den Regionalplanentwurf aufgenommen.“

In den Steckbriefen KB 003a – KB 003c werden dann sehr detailliert auch Bemerkungen der Oberen Forstbehörde gemacht, zu Wanderwegen, Hutewaldnutzung und genauere Angaben zur Erschließung der Fläche für Transportfahrzeuge.

Es ist nicht ersichtlich, warum das weitaus größere Gebiet KS 004 nicht aufgeteilt wird. KS004a und KS 004b haben sehr unterschiedliche Strukturen, sind durch die L 763 getrennt und werden für die Anbieter der WEA als jeweils unterschiedliches „Los“ gehandelt.

-        Es wird gefordert das Gebiet KS 004 angemessen zu unterteilen, damit in hinreichender Weise ein Steckbrief erstellt werden kann.

-        In dieser Weise muss den Artenschutzbelangen Beachtung geschenkt werden.

-        Die Obere Forstbehörde muss detailliertere Angaben zu den Forstlichen Restriktionen, Erschließungsmöglichkeiten und eine Einschätzung der Waldgebiete zu ihrer Erholungsfunktion machen.

Auffällig ist, dass viele, von den in der Flächenbewertung aufgeführten Aspekten auf die Gebiete KS 003 und KS 004 zuträfen, dass aber kaum einer Einzug gefunden hat.

-        Es wäre wünschenswert, dass die Steckbriefe in angemessener Weise ergänzt werden.

 

Zusammenfassend ergibt die Betrachtung der Steckbriefe für KS 003 und KS 004 einen sehr dürftigen Eindruck von den Gebieten, die zusammen immerhin 3179 ha ergeben. Für das uneinheitliche Bild, was sich im Vergleich mit anderen Gebieten ergibt könnte man mutmaßen,

-        dass ungleiche Betrachtungsmaßstäbe für die einzelnen Gebiete angelegt wurden,

-        viele Informationen außerhalb der Steckbriefe einen entscheidenden Einfluss auf die Bewertung gehabt haben,

-        damit verbunden der Eindruck entsteht, dass dem Leser entscheidende Informationen vorenthalten werden,

-        oder  sehr oberflächlich recherchiert und schlecht gearbeitet wurde,

-        insgesamt das angelegte Raster für große Flächengebiete viel zu „grob“ ist,

-        und damit als geeignetes Medium für die Entscheidungsfindung einer Flächenbewertung nicht angemessen ist und überarbeitet werden muss, damit den einzelnen Kriterien mehr Raum gegeben werden kann.

 

Größenvergleich zwischen einer WEA-126 und der Kirche in Gottsbüren (Vielen Dank nach Carlsdorf)
Größenvergleich zwischen einer WEA-126 und der Kirche in Gottsbüren (Vielen Dank nach Carlsdorf)