Material für Schulklassen bzw.Projekte

Warum ist unsere Bürgeriniativen gegen Windräder im Reinhardswald ?

 

 

Die erneuerbare Energieerzeugung spaltet derzeit unser ganzes Land, zumindest aber im Bereich
der geplanten Standorte. Die Befürworter beharren in gleicher Weise wie die Gegner auf ihren
Argumenten. Wir von der BI PRO REINHARDSWALD sind grundsätzlich keine Gegner der Energie- 
wende. Wenn wir keine Kernkraftwerke mehr in unserem Energieerzeugungsportfolio haben wollen,
müssen wir uns nach geeigneten anderen Energieerzeugungsformen umschauen.

 

Und hier beginnt das Problem. Welcher Weg ist der richtige? Immer ist jemand da, der sich an dem angedachten Weg stört, und meistens sind die Bedenken aus Sicht der Betroffenen auch verständlich.

 

Für uns hier im nördlichsten Hessen bedeutet die Energiewende eine besondere Herausforderung.

 

Aus Sicht der Bevölkerung stellt die Absicht, auf dem Kamm im Kerngebiet des Reinhardswaldes bis
zu 200 m hohe Windräder zu erstellen, eine gezielte Provokation dar, weil:

 

 

 

Betrachten wir die wirtschaftliche Situation. Nord-Nord-Hessen, also die Region im Norden von
Kassel war immer schon ein vergessener Landesteil von Hessen. In der wirtschaftlichen Entwicklung
waren wir stets weit hinter den übrigen Landesteilen zurück. Arbeitsplätze gab es im Wald, an und mit
der Weser, in der Landwirtschaft. Die Verkehrsinfrastruktur blieb vernachlässigt, die Anbindung an die Wirtschaftszentren unterblieb. Was blieb den Menschen anderes übrig, als sich mit dem “Fremden-
verkehr”ein gewisses Erwerbsstandbein zuzulegen. Das ganze hatte aber auch zur Folge, dass unsere Reinhardswald- Oberweserregion weitgehend ihr Gesicht behalten hat. Und das ist hier für die Men-
schen heute ein großes Pfand. Es gibt kaum einen Landstrich in Hessen, fast in ganz Deutschland,
dem in diesem Maß seine Ursprünglichkeit erhalten wurde. Und gerade das ist heute zu unserer
großen Stärke erwachsen. Große Anstrengungen wurden und werden unternommen, um unsere
Region touristisch weiter zu entwickeln. Vollkommen ohne Industrie, ohne dadurch bedingte Umweltbeeinträchtigungen, findet der Erholung Suchende Natur, Kultur, Geschichte und besonders
die zur Erholung notwendige Ruhe. Begünstigt wird diese Entwicklung durch ein immer noch sehr
günstiges Preis/Leistungsverhältnis.

 

Wenn nun die hessische Landesregierung nach geeigneten Standorten für Windenergieerzeugung
sucht, fällt ihr nichts besseres ein, als die Suchräume für den Bau von Windrädern gerade in die
unberührten Waldregionen zu legen. Und damit wird aus unserer Sicht besonders in der Reinhards-
waldregion die unverfälschte Natur, Kultur, Geschichte und eben auch die Ruhe zerstört.

 

 

 

Unsere Geschichte aus den vergangenen 3500 Jahren liegt weitgehend in den zentralen Suchräumen
für die WEAs. Die Wölbäcker, Glashütten,Wüstungen und Hügelgräber sind in großer Zahl im Wald zu
finden und noch keineswegs restlos erforscht. Das einstige Siedlungsgebiet ist nach Aussagen von
Experten einzigartig für diese Zeit und auch deutschlandweit z.T. auch europaweit kaum ein zweites
Mal in dieser Dichte zu finden. Aber auch diese geschichtlichenZeugnisse sind den Ökostromphantasten
nicht heilig genug, um sie vor der Zerstörung zu bewahren.

 

 

 

Das hat auch für die Natur im Reinhardswald ganz besondere Auswirkungen. Der Reinhardswald liegt
mit seinem Kamm auf 300 – 470 m Höhe. Um von einem Nahrungshabitat (Weser) in das gegenüber-
liegende Gebiet (Diemeltal) zu gelangen, müssen alle Vögel, die in unserem Gebiet heimisch sind oder überwintern, den Reinhardswald queren. Hinzu kommen die Frühjahres- und Herbstzüge von Ost nach
West, bzw. umgekehrt. Da der Reinhardswald eine Nord/Süd-Ausrichtung hat, müssen auch diese
Vögel auf ihren bestehenden Zugstraßen das Waldgebiet überqueren. Je nach Wetterlage höher oder
niedriger. Das Bestücken des Waldes mit 200 m hohen Windrädern stellt dann ein fast nicht zu
umfliegendes Hindernis dar, zumal dieRotoren der WEAs immer quer zu den Hauptwindrichtungen West/Ostwind stehen und somit einen Großteil des Luftraumes versperren. Gerade dieser Tage haben
tausende Kraniche unser Waldgebiet überflogen. Und das sind nur Bruchteile der Vogelmengen und
–arten, die sich sichtbar auf den jahreszeitlichen Wanderungen befinden. Die weitwandernden Fleder- mausarten dürfen dabei nicht vergessen werden. Erst seit kurzem sind der äußerst seltene Schwarzstorch,
der Sperlingskauz, der Uhu, der Luchs und die Wildkatze in den Reinhardswald zurückgekehrt. Hier bei
uns in Nordhessen finden wir bedeutende Vorkommen des Roten Milan. Mit seinen ausgedehnten Nahrungssuchflügen ist er ständig in Gefahr, von den Rotoren erschlagen zu werden, weil besonders er
die Standorte der Windräder nach verunfallten Vögeln oder Fledermäusen absucht. Der Wald selbst
wird seine Ruhe verlieren, denn bei der geplanten Anzahl von WEAs werden notwendige, aber unregelmäßige Fahrten für Wartung, Inspektion und Reparatur ungezählter Menge mitten durch das
Kerngebiet des Waldes auch dem bodenverhafteten Wildtieren keinen Rückzugsraum lassen.      

 

 

 

Gerade die “Urgrünen” haben sich in der Vergangenheit mit Vehemenz für den Erhalt von Wald und
den Schutz der Natur eingesetzt. Sie haben sich an Bäume gekettet, um diese vor dem Fällen zu be-
wahren. Uns sind noch sehr genau die Bilder vom Frankfurter Flughafen oder Gorleben in Erinnerung.
Heute sind aber genau diese Kreise mit dem kompromisslosen Eintreten für erneuerbare Energien
die größte Bedrohung für die einstigen Ideale. Pro Windrad wird zunächst eine Arbeitsfläche von
ca 1 ha benötigt. Die Zuwegungen im Wald müssen alle verbreitert und die Tragfähigkeit für die Schwer-transporte hergestellt werden (Panzerstraßen). Die Kurvenradien müssen vergrößert werden. All das
erfordert zusätzliche Waldrodungen, wobei für den Bodenaushub und die einhergehende Deponierung
für die gewaltigen Fundamente der WEAs weitere Waldflächen zerstört werden. Die in unserer Mittelgebirgsregion geringe Windhöffigkeit rechtfertigt all diese Zerstörungen nicht.

 

Das Jahr hat 8760 h, aber der Wind weht in unseren Landschaften ergiebig nur 1100 bis 1500 h.
Diese kleine, unzuverlässig erzeugte Strommenge rechtfertigt die ungeheure Naturraumvernichtung und optische Landschaftvermüllung in keiner Weise. Weiter wird mit jedem erstellten Windrad die EEG-Umlage höher. Bezahlt werden muss diese von uns Verbrauchern. Die erwartete CO2-Einsparung findet aber
nicht statt, denn für jedes Windrad muss mehr oder weniger als Sicherheit für eine durchgehende Stromversorgung ein bestehendes Kohle- oder Gaskraftwerk betriebsbereit gehalten werden. Die CO2 - Emissionen sind durch diesen unregelmäßigen Betriebsgang ungleich höher, als bei Vollastbetrieb.
Wo also liegt da der Gewinn für Natur und Umwelt?

 

 

 

Die Menschen, besonders die Einwohner von Gottsbüren, werden bei Verwirklichung der WEA-Pläne
von diesen 200 m hohen Windrädern umzingelt sein. Eine ständige optische Unruhe vor den Augen,
möglicher Schattenwurf und bei  nicht ausreichender  Entfernung zur Wohnbebauung auch eine ent.
sprechende Lärmbelästigung. In der dunklen Jahreszeit eine Reizüberflutung durch die notwendige Warnbeleuchtung und gesundheitliche Beeinträchtigung durch Infraschall.

 

 

 

Wer möchte schon dauernd in solch einer Umgebung leben müssen, geschweige denn seinen Urlaub verbringen?

 

 

 

Leider habe ich versäumt, diese Erklärungen in einer Worddatei zu schreiben. Ich denke aber, dass
es auch so verständlich und überschaubar zu lesen ist. In den Anhang habe ich u.a. noch unseren
“Appell an Vernunft und Augenmaß” sowie unser erst kürzlich erstelltes “Kampflied” eingestellt.
Schauen Sie auch unbedingt auf die Seite von www.vernunftkraft.de . Sie finden dort noch jede Menge tagesfüllender Infos. Gerne sind wir auch zu noch vielleicht notwendigen Vertiefungen
dieser Antworten bereit.
 
Verfasser K.H. Dworak   BI Pro Reinhardswald

 

 
Appell an Vernunft und Augenmaß
Appell an Vernunft und Augenmaß sicher.p
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Warum fordern Verbände und Bürgerinitiativen, dass K+S das Abfallproblem vor Ort lösen muss?

 

In Kürze folgt hier eine Zusammenfassung zum Thema Kali und Salz

Salzeinleitung in Weser und Werra  / Problematik Oberweserpipeline und Nordseepipeline.

Größenvergleich zwischen einer WEA-126 und der Kirche in Gottsbüren (Vielen Dank nach Carlsdorf)
Größenvergleich zwischen einer WEA-126 und der Kirche in Gottsbüren (Vielen Dank nach Carlsdorf)